German poem
Gebrochen ist dein Herz, ich weiß es wohl
by Hermann Lingg (1820–1905)
Gebrochen ist dein Herz, ich weiß es wohl, Ich hör' ja die zerrissne Saite schwirren, Ich seh' den Wahnsinn, o ich seh' ihn wohl Durch deiner Wimpern Nacht im Dunkel irren.
O deine Hand ist kalt, und Fieberglut Durchras't den Puls; von deinem schönen Leben Blieb nichts mehr, als ein stolzer Todesmut Und deiner Lippen schmerzliches Vergeben.
Ein Zug um deine Lippen ist so hart Und wie dein Los so voll der herbsten Herbe. Du lächelst, doch dein Lächeln ist erstarrt, Es zeigt nur, daß es noch mit Anmut sterbe.