German poem
Das Kuckuckslied
by Hermann Löns (1866–1914)
Ich werf' meine Schuhe hinter mich So weit es eben geht; Kuckuck, Kuckuck, sage mir, Wohin der Wind mich weht?
Der Wind der weht wohl her und hin, Der Wind hat keinen Schick; Der Wind der weht wohl kreuz und quer, Weht dich durch dünn und dick.
Und weht er mich durch dünn und dick, Das ist mir einerlei; Die beste Zeit die ist dahin, Zum Teufel ist mein Mai.
Und ist dein Mai zum Teufel hin, Jedwedes Jahr es mait; Such' dir nur einen frischen Schatz, Es ist noch immer Zeit.
Was hilft mir denn ein frischer Schatz, Hab' ja kein eigen Nest; Der Wind der hat es fortgeweht Bis auf den letzten Rest.
Was brauchst du denn ein eigen Nest, Es geht auch ohne das; Lieb' du nur wie der Kuckuck liebt, In Laub und grünem Gras.