Versos German Hermann Löns Der eiserne Flegel

German poem

Der eiserne Flegel

by (1866–1914)

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Damiett, Damiett, du feine Stadt, Der Türke hält dich fest; Wir wurden müde, wurden matt, Vor dem verdammtigen Nest.

Es floß das teure Christenblut Von Zinnen und Tor herab; So mancher Christenmensch, treu und gut, Fand vor Damiett sein Grab.

So manche Mutter im deutschen Land Die Augen unter sich schlägt; Es fiel der Spiegel von der Wand, Der Wurm in der Lade sich regt.

So manches Mädchen im deutschen Land, Das weint sich die Augen rot; Der Rosmarin in Blüte stand, Und heute ist er tot.

Herr Hayo, der Friese, der blickte quer, Seine Faust zum Tische kracht; »Bei Christi Tod, ich leid's nicht mehr, Ein Ende wird gemacht!«

Er nahm den Dreschflegel von der Wand, Von Eisen war der gebaut; Er stieg bis auf der Mauer Rand, Und sang so lustig und laut.

Er sang ein friesisches Drescherlied, Er sang nicht gerade fein; Er sang den Heiden Furcht ins Gemüt Und Angst in die Hosen hinein.

Es klang sein Flegel die klapp, die klapp, Er drosch nach alter Art; Er drosch ihnen Arme und Beine ab, Er drosch nicht allzu zart.

Sie ließen die Mauern, sie ließen das Tor, Sie ließen die feine Stadt; Es stieg das heilige Kreuz empor, Wo der Halbmond gestanden hat.

Herr Hayo lachte in seinen Bart Und trank zwölf Schoppen Wein, Und sprach: »Geht's nicht auf gute Art, So schlagt mit dem Dreschflegel drein.«