German poem
Häckerling
by Hermann Löns (1866–1914)
Distel, Distel, Wegedorn, Meinen Schatz hab' ich verlor'n; Such' die Straße hin und her, Wo mein Schatz geblieben wär.
Efeu, Efeu, Immergrün, In die Fremde will ich zieh'n; Wo kein Mensch mein Herzleid kennt, Niemand meinen Namen nennt.
Birke, Birke, Maienbaum, Meine Liebe war ein Traum; Währte einen Sommer lang, Ist dahin, wie Glockenklang.
Myrte, Myrte, Jungfernzier, Was soll deine Blüte mir; Denn es hat mir Schlechtigkeit Häckerling vors Haus gestreut.
Hafer, Hafer, Schandenkraut, Unglück ist mir angetraut; Wo das tiefe Wasser rinnt, Meine Seele Ruhe find't.