Versos German Hermann Löns Susanne

German poem

Susanne

by (1866–1914)

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Wo ist dein weißer Schleier, Susanne, mein vielliebes Kind? O Mutter mein, auf der Heide, Wohl auf der braunen Heide, Da weht ein frischer Wind.

Dein Haar ist aufgegangen, Susanne, mein Töchterlein? O Vater mein, auf der Heide, Wohl auf der braunen Heide, Da griff ein Dorn hinein.

Und deine goldene Spange, Susanne, lieb' Schwester, sag' an? O Bruder mein, auf der Heide, Wohl auf der braunen Heide, Da mag sie wohl liegen im Tann.

Wo sind deine klaren Augen, Susanne, mein vielliebes Kind? O Mutter mein, auf der Heide, Wohl auf der braunen Heide, Da machte der Staub sie blind.

Dein Wangenrot ist verblichen, Susanne, mein Töchterlein? O Vater mein, auf der Heide, Wohl auf der braunen Heide, Da blich sie der Sonnenschein.

Dein Kränzlein ging verloren, Susanne, lieb Schwester, sag' an? O Bruder mein, auf der Heide, Wohl auf der braunen Heide, Da fand es ein fremder Mann.

Und wird er es wiederbringen, Susanne, mein vielliebes Kind? O Mutter mein, auf der Heide, Wohl auf der braunen Heide, Da kommt und geht der Wind.

Was willst du nun beginnen, Susanne, mein Töchterlein? O Vater mein, auf der Heide, Wohl auf der braunen Heide, Da will ich warten sein.

Und kommt er nicht wieder des Weges, Susanne, lieb Schwester, sag' an? O Bruder mein, auf der Heide, Wohl auf der braunen Heide, Da liegt ein erschlagener Mann.