Versos German Hermann Schults Zur Erinnerung an Adolf Schults

German poem

Zur Erinnerung an Adolf Schults

by (1850–1885)

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„Noch einmal hoffen, hoffen, hoffen!“ So klang des Sängers Schwanenlied, Der dann, vom frühen Tod getroffen, Nur allzu bald von dannen schied. Er dacht’ an Weib und Kinderschaar, D’rum wollt’ wie müd’ und matt er war, Nach einmal er empor sich raffen Zu neuem Hoffen, neuem Schaffen.

Und ach! wohl ist dem müden Mann Es mit dem Hoffen Ernst gewesen! Sein letztes Lied – die Thräne rann Vom Auge mir, als ich’s gelesen –: In neuem Heft das erste Blatt! Da hat der Sänger, krank und matt, Dies Lied, sein letztes aufschrieben – Das and’re all’ ist leer geblieben!

Es schwieg der Mund auf immerdar, D’raus manches tiefe Lied erklungen. Bald hat der treuen Freunde Schaar Den Sänger in das Grab gesungen. Es war am Auferstehungstag: Die neu erwachte Erde lag Von Frühlingsstrahlen übergossen, Als sich ob ihm das Grab geschlossen. –

Hin jagt die Zeit in raschem Lauf, Es drängt sich hastend Well’ auf Welle, Und ruhlos geht es ab und auf Das Alte weicht und räumt die Stelle Dem Neuen ein! Wie manches heut’, Ist hin, was einst das Herz erfreut, Und and’res ward geschaffen wieder, Und jeder Lenz bringt neue Lieder. –

Schon fünfundzwanzig Jahr’ vergangen, Seit dich der frühe Tod gefällt. Doch wie, seit deine Weisen klangen, Sich auch gewandelt hat die Welt: Du sollst uns unvergessen sein. Als Kranz auf deinen Leichenstein Laß dieses Lied mich heute legen, Und dein Gedächtniß bleib’ in Segen!Hermann Schults.