Versos German Hugo Salus Die Aehren

German poem

Die Aehren

by (1866–1929)

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Der Abend war selbst wie ein Wunder der Liebe. Sie gingen umschlungen und stumm vor Liebe Aus den Feldern dem träumenden Dorfe zu.

Sie lehnte sich wärmer an ihn. Sie sagte So still, als wenn der Abendwind klagte: »Im Korn, das war doch eine Sünde, du!« Er löst seine Hand und Wange von Wange: »Und nennst du’s Sünde, dass ich dich umfange, So liebst du mich nicht und liebst mich nicht!«

Da schaut sie empor zu dem Zornigen, Wilden Und sieht mit erschrockenen, hilflosen, milden Augen dem Liebsten ins Angesicht.

Und lächelt in Thränen und regt die bleichen, Bebenden Lippen und sagt mit weichen Worten zum Liebsten: »Das sagst du mir?«

Und schlingt den Arm um den trotzigen Knaben: »Dass wir das Korn so zerbrochen haben, Das war eine Sünde! Das sag’ ich dir!«