Versos German Jakob Friedrich Abel An Fanny

German poem

An Fanny

by (1751–1829)

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Mit müdem Schritte steigt vom fernen Hügel Einsam die Nacht, Und schwingt um mich die sorgenschwere Flügel In ernster Pracht;

Schwermütig hängt ihr schwarzer düstrer Schleyer Schon über mir, Kaum bricht ein zitternd todenblasses Feuer Vom Mond herfür.

Im tiefen Schatten schlummern eingehüllet Berg, Thal und Flur Und grauenvolle Todtenstille füllet Bang die Natur. Nur weichgeschaffne sanftempörte Herzen, Voll theurer Quaal, Beseufzen jezt des jungen Lebens Schmerzen Am Mondenstral.

Jezt irrst du, Trautester, mit bangem Sehnen Im Todtenhaus, An Julchens Grab und hauchst in tausend Thränen Die Seele aus.

Du eilest junge Rosen abzupflüken Vom heil’gen Grab, Und blätterst sie mit traurigem Entzüken Zu ihr hinab.

In dieser Nacht saß Stella (Thränen trübten Den schönen Blik) Und rufte laut den fliehenden Geliebten Vom Meer zurük. Nun weinet einsam in verschloßnen Mauern, Am Lampenlicht, Das heil’ge Mädchen, dem vom stillen Trauern Die Seele bricht.

Ihr Busen brennt von zärtlichem Verlangen, Ihr schmachtend Herz Verzehret sich, schon sterben ihre Wangen Vom ewgen Schmerz.

So welkt die Rose in dem fernen Thale Früh abgeknikt, Eh sie, gelokt vom milden Frühlingsstrale, Die Hirtinn pflükt.

O Mädchen, die voll unschuldsvoller Triebe Das Laster höhnt, Und sich nach edlen Freuden reiner Liebe Unwissend sehnt. O Du, die stets geheimen ernsten Kummer, Im Busen nährt, Du, deren Klagen oft in tiefstem Schlummer Die Nacht gehört,

Wer Du auch bist, Du bist für mich geboren Uns unerkannt Hat Dir mein Herz, hat mir Dein Herz geschworen Zum süsen Band.

Längst, längst, o Du Geliebteste von allen! Fleh ich nach Dir, Und alle Seufzer dieses Herzens wallen Entgegen Dir.

Ein Engel lisple, schlummerst Du auf Rosen In holder Ruh, Dir meinen Namen, und mir Ruhelosen Den Deinen zu.

X.