Versos German Joachim Ringelnatz Nachtgalle

German poem

Nachtgalle

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Weil meine beiden Beine Erfolglos müde sind, Und weil ich gerade einsam bin, Wie ein hausierendes Streichholzkind, Setz ich mich in die Anlagen hin Und weine.

Nun hab ich lange geweint. Es wird schon Nacht; und mir scheint, Der liebe Gott sei beschäftigt. Und das Leben ist – – alles, was es nur gibt: Wahn, Krautsalat, Kampf oder Seife. Ich erhebe mich leidlich gekräftigt. Ich weiß eine Zeitungsfrau, die mich liebt. Und ich pfeife.

Ein querendes Auto tutet. – Nicht Gold noch Stein waren echt An dem Ring, den ich gestern gefunden. – Die nächtliche Straße blutet Aus tausend Wunden. Und das ist so recht.