German poem
Vorm Brunnen in Wimpfen
Du bist kein du, Wasser. – Hättest nicht ruh, Mich auszuhören. Ihr fließet immerzu Und immer weiter und möglichst weit.
Wie euch der Brunnen aus eisernen Röhren In den heißen Althäuserplatz speist, Erdengeläutert und ausgekühlt; Da ihr alte und neue Zeit Und den Himmel abkonterfeit, –
Siehet mein durstiges Staunen In euch doch immerzu andre. Immer wieder mit über den Rand gespühlt, Fängt es aus eurem Raunen Nur eines auf: Wandre!
Von euch möcht ich trinken.
Ihr würdet lau, wenn ihr stehen bliebt, Ihr würdet trüb. Ihr würdet verweilend Faulen und stinken.
Was kümmert’s euch, daß ein Mensch euch liebt. Dauernd zerteilt euch selber enteilend, Seid ihr getrieben ein treibendes Ganzes, rein bleibendes.