Versos German Johann Christoph Gottsched Der zweyte Auftritt

German poem

Der zweyte Auftritt

by (1700–1766)

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Ja, Schwester, hoffe nur, Die Sonne scheint nach Sturm und Blitzen, Und man erblickt bereits die Spur, Wie Sachsen dich und all dein Wohl wird schützen. Verehre nur dein neuerwähltes Haupt Mit ungetrenntem Triebe. Gewinnst du Friedrich Augusts Liebe: So hat der Tod dir nichts geraubt; Du wirst in viel beglückten Jahren Des ganzen Landes Flor, So wie zuvor, Eh noch dein Vater starb, erfahren.

Einigkeit, Kleinod der Länder! Schmücke doch ferner mein glückliches Reich! Lenke die Prinzen, Mache die weiten Provinzen Friedlich verknüpften Familien gleich. Eintracht und Liebe sind köstliche Pfänder!

V.A.

Ach dörft ich nur nicht fremde Wuth erfahren! So wär ich wohl vergnügt. Sarmatien, da dein getrenntes Volk Selbst wider sich zu Felde liegt: So schrecken mich der Franzen wilde Schaaren. Sie sind mit schleuniger Gewalt Auf meinem Boden eingedrungen; Und haben alsobald Den Schlüssel meines Reichs bezwungen. Nun bin ich billig zweifelsvoll Wer weis, was mich noch treffen soll!