German poem
Der 131. Psalme
by Johann Fischart (1546–1590)
Herr, mein hertz ist hochfahrend nicht, hab kein stoltz aug noch hoch gesicht, Hab nicht nach wunderding getracht noch höherm dan auß trägt mein macht.
Vnnd wan ich etwan schweifft zu weit vnd nicht bei dir blieb jderzeit, War mir wie eim kind welchs entwänt von seiner muter würd verlänt.
Ja wan ich meine sel nicht stillt vnd im zaum mein gedancken hielt, War meiner selen wie eim kind welchs nicht sein gwont Milchbrüstlin sind.
Derhalben, wa ich, lieber Herr, offt von dir bin verirret ferr, So bit ich, verzeih mir die sünd, ich flich zu dir wie ein liebs kind.
O Gottes völcklin Israel, setz in deim Got zu rhu die sel, Bau auff sein gnad, nit auff dein that, so schaffst dir gnad vnn ewig rhat.