German poem
Herbstlied
by Johann Gaudenz von Salis-Seewis (1762–1834)
HERBSTLIED.
1782.
Bunt sind schon die Wälder; Gelb die Stoppelfelder, Und der Herbst beginnt. Rothe Blätter fallen, Graue Nebel wallen, Kühler weht der Wind.
Wie die volle Traube, Aus dem Rebenlaube, Purpurfarbig stralt! Am Geländer reifen Pfirsiche mit Streifen Roth und weiß bemalt.
Sieh! wie hier die Dirne Emsig Pflaum’ und Birne In ihr Körbchen legt; Dort, mit leichten Schritten, Jene, goldne Quitten In den Landhof trägt!
Flinke Träger springen, Und die Mädchen singen, Alles jubelt froh! Bunte Bänder schweben, Zwischen hohen Reben, Auf dem Hut von Stroh!
Geige tönt und Flöte Bei der Abendröthe Und im Mondenglanz; Junge Winzerinnen Winken und beginnen Deutschen Ringeltanz.