Versos German Johann Georg Eben Lob der rothen Haare

German poem

Lob der rothen Haare

by (1795–1838)

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Wohl manch’ Gesang ertönte schon zur Ehre Der rothen Farbe, doch gebricht Es immer noch an einem Lied, das innig Zum Lob der rothen Haare spricht! –

So sey, – ob auch die Welt darüber lächle –; Denn was bekümmert mich die Welt? – Von mir ein Preis-Gesang Euch, Denn Ihr zieret Ein Mädchen, das mir wohl gefällt!! –

Zwar schätz’ ich auch die Schwarzen, Braunen, Blonden, Und hohe Achtung stets erregt In mir ein Haupt, das, tief gebeugt von Jahren, Ein graues Haar mit Ehren trägt!

Doch wird vor Allem Roth mir nur gefallen; So auch der rothen Haare Pracht Des Mädchens, das in meines Herzens Tiefe Ein heimlich Bangen angefacht! – –

Und war nicht schon in Herrmanns Barden-Haynen Und zu Tuiskons goldner Zeit Ein rothes Haar bei Männern und bei Frauen Das Merkmal teutscher Biederkeit?! –

Selbst Roma’s stolze Bürgerinnen sahen Mit Neid auf Herrmanns Kraft-Geschlecht; Denn mit der rothen Haare Zierde drangen Auch teutsche Frauen ins Gefecht! –

Und ob auch in der Römer stolzen Herzen Für teutschen Muth nur Rache gährt; – War nicht selbst in des Feindes scheelem Blicke Der Teutschen Haar doch hochgeehrt? –

Drum zürn’ ich längst schon mit verdross’ner Miene Auf die Natur, daß sie mir nicht Den Vorzug rother Haare hat verliehen, Daß dieser Hauptschmuck mir gebricht. –

Du aber, edles Mädchen freue immer Dich dieser Zierde, sie verleiht – Was manche, Dich beneidend, schon gefunden, Dir Reiz und Liebenswürdigkeit! –

Und wenn das Vorurtheil auch hämisch tadelt, So waffne dich mit diesem Lied Und danke dem, der dir voll Huld und Milde Der rothen Haare Schmuck beschied!! –