Versos German Johann Gottfried Herder Das Schicksal

German poem

Das Schicksal

by (1744–1803)

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Das Endeziel von Allem ist o Sohn, Bein hohen Zevs, der stellts wohin er will. Der Mensch ist Sinnlos. Immer leben wir Nur Einen Tag und wissen nicht, wie Gott Mit Einem Sterblichen es enden werde. Indessen nährt die süsse Trügerin, Die Hofnung uns, auch wenn zum Nichtigen Wir streben. Dieser hofft den nächsten Tag; Der andre künftger Sommer Ernten; da Ist keiner, der sich nicht beim neuen Jahr Ein freundliches, ein Segenreiches Glück Verheiße. Jenen rafft indeß das Alter weg Eh’ er zum Ziel gelangte; diesen zehrt Die Krankheit auf. Die zähmt der wilde Mars Und sendet sie zur Todtenschaar hinab In Pluto’s unterirrdisch-schwarzes Haus. Die sterben auf dem Meer: der Sturm ergriff, Die schwarze Welle riß sie fort mit sich; Hin ist ihr Leben, ihre Hoffnung hin. Der greift, unglücklich Schicksal! selbst zum Strick Und raubt sich selbst der schönen Sonne Licht. Nichts ist von Plagen frei: zehntausende Der Tode stehn, ein unabwendbar Heer Von Schmerz und Plagen stehn dem Sterblichen Ringsum. O glaubten meinem Rathe sie; So liebte keiner doch sein Unglück selbst Und zehrte sich das Herz in Unmuth ab.