German poem
In Wolfes Rachen steckt ein Bein
by Johann Gottfried Herder (1744–1803)
In Wolfes Rachen steckt ein Bein. Chirurgus Kranich fährt hinein Und hat es glücklich schon. »Herr Wolf, mein Feldscheerlohn!« »Den hast Du,« sprach der Wolf, »Du Langhalsschnabel, schon; Denn, Herr, bei meiner Seele, Ihr wart mir in der Kehle.«
»Herr Hofmann, Eure Pension Für so viel Sklavendienst; wo ist nun Euer Lohn?« »Freund, rechne mir's genug zum Lohne, Daß ich mit heiler Krone Hier wohne.«