German poem
Bekümmerniß
by Johann Karl Wilhelm Geisheim (1784–1847)
Meine Welt ist nicht die deine, Deine Welt ist nicht die meine; Drum, wie ich die deine dir, Lasse du die meine mir.
Magst von dir Gewalt’ges glauben, Will dir nicht den Dünkel rauben; Aber tritt in meine Welt Nicht als wie ein Vogt bestellt.
Freu’ dich deiner fetten Habe, Deiner Klugheit, deiner Gabe, Deinen Vortheil zu verstehn; Meinen Weg doch laß mich gehn.
Jeder hat so seine Nase; Einer gucket nach dem Grase, Einer nach dem Kirchdach; Jeder geht der Nase nach.
Laß ihn gehn, er muß es lernen! In das Grab und zu den Sternen, Splitterrichter, ohne dich, Laß mich wandern, find’ auch ich.