German poem
Schiller’s Geburtsfeier
by Johann Karl Wilhelm Geisheim (1784–1847)
Seid willkommen am Pokale, Der dem Dichterfeste gilt; Freuet euch der Opferschale, Drin des Dankes Traube quillt! Dank, der in der Herzen Tiefe Ihm, dem deutschen Meister schlägt, Und der, wenn die Welt je schliefe, Neu der Geister Flügel regt.
Dank, daß wir den Hohen hatten, Der den Schwung nach Oben gab; Nein! nicht in das Reich der Schatten Stieg der Herrliche hinab! Lebet er nicht in uns Allen? – Dauernd, wie das deutsche Wort, – Mögen Erdenreiche fallen, – Herrscht und lebt der Dichter fort.
Fühlt an seines Sternenkranzes Unverwelklich frischer Macht, Daß die Menschheit ist ein Ganzes, Der sein Ruhm hat Ruhm gebracht. Vor den Hochbegabten allen Zog er seine Zeit hinan; Will die Nacht den Tag befallen, Reiß’ er uns zur Sonnenbahn.