German poem
An die Stadt Xanten
by Johann Kayser (1826–1895)
An die Stadt Xanten. Santena sancta.
Dein hohes Alterthum von sechszehnhundert Jahren Vnd höher hergeführt; die grossen Krieges-Schaaren / So hier gestanden sind: das theure Marter Blut Macht / daß Dein grosser Nahm noch im Gedächtnis ruht.
Auff die schöne lange Allée von Cleve nach Xanten.
Dem / der von Cleve bringt den Kopff voll böser Grillen Vnd gantz betrübt zurück mit leerem Beutel geht / Kan dieser schöne Weg den Vnmuht wieder stillen / Da mancher grüner/kahler Baum ihm vor den Augen steht.
(Ist es Frühling oder Sommer / kan der betrübte Passagier gedencken: Dieser Bäume grünes Leben Kan mir neue Hoffnung geben. Ist es im Herbst oder Winter / kan er ihm diese tröstliche Gedancken machen: Was den Bäumen jetz benommen / Wird im Früling wieder kommen.)