Versos German Johann Martin Miller Macht der Liebe und des Mädchens

German poem

Macht der Liebe und des Mädchens

by (1750–1814)

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Liebe, Liebe, wie verfolgst du mich! Alles, alles lebt und webt durch dich! Ich bin gar nicht mein, Dein nur bin ich, dein!

Mädchen, Mädchen, ach wie geht's nur zu, Wie kannst du mir nehmen alle Ruh? Welche Zaubermacht Hat mich dahin bracht!

Göttin, Göttin, sieh, ich bet' dich an! Hab' ich jemals Sünd' an dir gethan, O verzeih, verzeih! Laß der Straf' mich frei!

S**n, S**n, ach dein Götterlicht, Wie's umwallt mein sterblich Angesicht! Wie's die Kammer füllt, Wo mich Nacht umhüllt.

Ach daß doch ein Strahl von dir mich blend'! Liebe, eil'! gieb meines Lebens End'! Dann schweb' ich empor Zu der Seel'gen Chor!

Saug des Richters Blick, und fleh geschwind Mir das auserwählte Menschenkind. Ach dann hört er mich, Und entziehet dich,

S**n, dieser schnöden Erdenwelt Schenkt ein Hüttchen uns ins Himmelsfeld. Ewig, ewig fort Amen! lieb' ich dort!