Versos German Johann Peter von Hornthal Lied

German poem

Lied

by (1794–1864)

Listen in the reader

Nach den Sternen will ich greifen Sie zu mir hernieder ziehn, Von den Bergen will ich streifen Frühsten Morgenrothes Glühn;

Nach der Sonne will ich langen Mir zu holen Strahlengold, Will vom Himmel mir verlangen Lichtes Blau in meinen Sold;

Von dem Mond will ich begehren Seinen stillen Liebesglanz, Ros’ und Lilie soll gewähren Ihren keuschen Farbenkranz:

Daß ich d’raus ’ne Krone drücke Auf dein frommes, schönes Haupt, Und dir Busen, Wangen, Blicke Sey’n von ihrem Schein umlaubt.

Und dann will ich noch entbieten Alle Blumen zu dir her, Aller Vöglein Zungen miethen, Aller Düfte goldig Meer:

Daß du nur auf Blüthen gehest, Allwärts hör’st nur süßes Lied, Und von Liebesodem sehest Allumflossen dein Gemüth.

Denn mein liebend Herz alleine Ist zu arm für deine Huld, Und nicht kann mein Herz alleine Zahlen dir die sel’ge Schuld. Hornthal.