Versos German Johann Wilhelm Ludwig Gleim Äsop und die Tiere

German poem

Äsop und die Tiere

by (1719–1803)

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Lockmann 1 oder auch Äsop, (Denn man weiß nicht, wer von beiden Höher seinen Geist erhob, Nackte Wahrheit einzukleiden In gefälliges Gewand,) Oder Vater Adam stand Unter Tieren, Auf zwei Beinen, oder vieren, Stand, und fragte: Wollt ihr dienen? Meinem Weibchen, oder mir?

Nein! antwortet' ihm ein Stier! Löw' und Tiger sahn den kühnen Tier-Befrager, schwiegen still, Fragten aber mit den Mienen: Ist ein Tier, was dienen will?

Alle flogen auseinander Ins Gefild' und in den Wald, Fürchtend einen Alexander, Suchend sichern Aufenthalt. Und man nahm nach tausend Jahren Seine Freiheit erst dem Stier, Unsern Helfer, welchem wir Keine saure Mühe sparen!

Hat er, endlich matt und alt, Viel gepflügt und viel gefahren, Wird er von uns aufgestallt, Und, so viel er haben will, Geben dann wir ihm zu fressen; Dann hält er dem Schlachter still; Dann wird er von uns gegessen! O du Löw', ist das nicht gut?

Stünd' ein Löwe nur von weiten, Ha! spräch' er mit Heldenmut, Laßt uns für die Freiheit streiten, Brüder! Brüder! bis aufs Blut!