German poem
Der Junggesell und der Mühlbach
Wo willst du klares Bächlein hin, So munter? Du eilst mit frohem, leichtem Sinn Hinunter. Was suchst du eilig in dem Tal? So höre doch und sprich einmal!
Ich war ein Bächlein, Junggesell; Sie haben Mich so gefaßt, damit ich schnell, Im Graben, Zur Mühle dort hinunter soll, Und immer bin ich rasch und voll.
Du eilest mit gelaßnem Mut Zur Mühle Und weißt nicht, was ich junges Blut Hier fühle. Es blickt die schöne Müllerin Wohl freundlich manchmal nach dir hin?
Sie öffnet früh beim Morgenlicht Den Laden, Und kommt, ihr liebes Angesicht Zu baden. Ihr Busen ist so voll und weiß; Es wird mir gleich zum Dampfen heiß.
Kann sie im Wasser Liebesglut Entzünden, Wie soll man Ruh mit Fleisch und Blut Wohl finden? Wenn man sie einmal nur gesehn, Ach! immer muß man nach ihr gehn.
Dann stürz ich auf die Räder mich Mit Brausen, Und alle Schaufeln drehen sich Im Sausen. Seitdem das schöne Mädchen schafft, Hat auch das Wasser beßre Kraft.
Du Armer, fühlst du nicht den Schmerz Wie andre? Sie lacht dich an und sagt im Scherz: »Nun wandre!« Sie hielte dich wohl selbst zurück Mit einem süßen Liebesblick?
Mir wird so schwer, so schwer, vom Ort Zu fließen: Ich krümme mich nur sachte fort Durch Wiesen; Und käm es erst auf mich nur an, Der Weg wär bald zurückgetan.
Geselle meiner Liebesqual, Ich scheide Du murmelst mir vielleicht einmal Zur Freude. Geh, sag ihr gleich, und sag ihr oft, Was still der Knabe wünscht und hofft.