Versos German Johannes Trojan Frühling

German poem

Frühling

by (1837–1915)

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Daß von uns der Winter scheide, Wohl noch weiß ich, wer’s verriet Amsel, du im schwarzen Kleide Sangst das erste Frühlingslied Aus dem Schnee, dem kalten, schwangest Du dich auf zum kahlen Baum Wen’ge glaubten, was du sangest Und es schien ein schöner Traum.

Aber hier und da vernommen Ward die Botschaft dir geglaubt Ward es, daß der Lenz gekommen Eh sich noch der Wald belaubt Bald aus kühler Luft hernieder Scholl der Lerchen Jubel auch Und dann klangen tausend Lieder Überall von Baum und Strauch.

Sagt, wer hat zuückgerufen Aus der Fern’ die Sänger all Die uns einstmals Freude schufen Durch der Kehlen süßen Schall? Wem, zur Heimkehr sie zu mahnen, War das rechte Wort bewußt Ach, ein Sehnen wohl und Ahnen Regte sich in ihrer Brust.

Und sie kamen, aufzuwecken Aus dem Schlaf, was zart und hold Blüh’nder Schnee glänzt in den Hecken Auf den Wiesen blüh’ndes Gold Junges Grün sproßt an den Zweigen Ersten Rösleins Knospe springt Denn vorüber ist das Schweigen Feld und Wald und Heide klingt.

Herz, dem Lenz dich zu verschließen Ganz umsonst wär all dein Müh’n Oeffne dich, es zu genießen, Dieses Klingen, dieses Blüh’n In dem Blühen, in dem Klingen, Löst sich leise Freud’ und Schmerz Frühling kommt, so viel zu bringen Sollt’ er dir nichts bringen, Herz?