Versos German Joseph Franz Ratschky An Klarissen

German poem

An Klarissen

by (1757–1810)

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Klarisse! wie? ich hätte mich So sträflich je an dir vergangen? Ich nährte je nach fremden Wangen In diesem Busen ein Verlangen? Leichtgläubige! man täuschet dich.

Entzieh dein allzuwillig Ohr Dem lügenzüngigen Gerüchte! Die unverdächtigste Geschichte Zeigt oft der Neid in falschem Lichte, Und stellt für Wahrheit Lügen vor.

Lass deines Herzens Zuversicht Von bösen Zungen nicht bethören! Mich soll Verläumdung nie empören: Mit kaltem Gleichmuth werd' ich hören, Was Bossheit von dir arges spricht.

Drum sprich, soll Zwietracht und Verdruss Auf ewig unsre Lieb' ersticken? O nein! schon schlägt diess Händedrücken Mir Frieden vor, und mit Entzücken Nehm' ich ihn an in diesem Kuss.