German poem
Die Linde
by Joseph Görres (1776–1848)
Unter der Linden An der Haide, Da unser zweyer Bette was, Da möget ihr finden Schöne Beyde Gebrochen Blumen und Gras. Vor dem Walde in einem Thal, Tandaradei! schöne sang die Nachtigall.
Ich kam gegangen Zu der Aue, Da was mein Friedel kommen eh; Da ward ich empfangen, Here Fraue, Daß ich bin selig immer meh. Er küßte mich wohl tausend Stund, Tandaradei, seht wie roth ist mir der Mund!
Da hat er gemachet Also reiche Von Blumen ein Bettestatt, Des wird noch gelachet Innigliche, Kömmt jemand an den dasselbe Pfat; Bey den Rosen er wohl mag Tandaradei! merken, wo mirs Haupt lag.
Daß er bey mir lege, Wüßt es jemand, Und welle Gott so schämt ich mich. Was er mit mir pflege, Nimmer niemand Befinde das, wann er und ich, Und ein kleines Vögellein, Tandaradei! das mag wohl getreue seyn.