Versos German Joseph Victor von Scheffel Dem aufgehenden Mond

German poem

Dem aufgehenden Mond

by (1826–1886)

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Heute schwirren Schelmenlieder, niemand bleibt verschont: Ja, woher denn du schon wieder, bleicher Pilgram Mond?

Kaum ist uns die Sonn' entschwunden im verschilften Rohr, reckst du schon am Bergwald drunten dein Gesicht empor.

Willst du deinen Treuen helfen? Heia, strahl nur zu! Schwärmern, Minnern, Füchsen, Wölfen, giltst als Sonne du!

Und wir brauchen Kraft zum Trinken und noch viel—viel Wein ... Laß dem Wirt als Zahlung blinken deinen Silberschein.

Füll der Nönnlein Zellen drüben mit sehnsücht'gem Glanz ... Melde: bei den Linden hüben tost der Ringeltanz!

Strebst du aber, uns zu tauchen in geheimes Weh, Mond, dann bist du nicht zu brauchen, lösch dein Licht und geh.

Geh mit deinem zarten Flittern nach der Seufzer Land ... Schwermutbleich im Knie zu zittern, sind wir nicht imstand.