German poem
Dörpertanzweise
by Joseph Victor von Scheffel (1826–1886)
Den Finken des Waldes Die Nachtigall ruft: Vom Geigenstrich hallt es Goldrein durch die Luft. Ihr Zwitschrer, ihr Schreier, Spart nur den Diskant, Der Heini von Steyer Ist wieder im Land.
Flickschuster in Gaden Schwingt’s Käpplein und spricht: Der Himmel in Gnaden Vergiss unsrer nicht. Sohlleder wird teuer, Bundschuh platzt am Rand, Der Heini von Steyer Ist wieder im Land.
Schon schwirren zur Linde, Berückt und entzückt, Die lieblichen Kinder Mit Kränzen geschmückt. Wo säumen die Freier, Manch Herz steht im Brand, Der Heini etc.
Der aber hebt schweigend Die Fiedel zur Brust, Halb brütend, halb geigend Des Volks unbewusst. Leis knisternd strömt Feuer Um Saiten und Hand, Der Heini etc.
Im Gärtlein der Nonnen Auf blumiger Höh’ Lehnt eine am Bronnen Und weint in den Klee. O Gürtel, o Schleier, O schwarzes Gewand, Der Heini etc.