German poem
Numero acht
by Joseph Victor von Scheffel (1826–1886)
im Holländer Hof zu Heidelberg
Zwei Schatten seh ich schweben in später, später Nacht; wißt Ihr, wohin sie streben?— —Beide auf Numero acht!
Der Hausknecht, als es läutet, mit einem Fluch erwacht; er weiß schon, was es bedeutet: Beide auf Numero acht!
»Alt Holland steht in Nöten, weh' uns, die wilde Jagd! Weh' uns, die alten Schweden beide auf Numero acht!
Heißt das als fleißiger Schreiber ein neues Buch gemacht, ihr grausamen Ueberkneiper beide auf Numero acht?
heißt das als frommer Paster an die Gemeinde gedacht? Ihr sündenharte Laster beide auf Numero acht?!«
Der Hausknecht, ungewaschen murrt er's und ungeschlacht, da lärmt's: »He! noch zwei Flaschen, beide auf Numero acht!«
Und weiter singt es und klingt es und jubiliert und lacht, und bis zum Hausherrn dringt es: »Beide auf Numero acht!«
Der spitzt betrübt die Füße, die Bettstatt seufzt und kracht; stumm nimmt er eine Prise: »Beide auf Numero acht!!«