German poem
Motten
by Julius Sturm (1816–1896)
»Was nur dadrinnen der Graukopf macht? Er blättert bis tief in die späte Nacht In alten Büchern hin und her, Als ob drin was zu finden wär’. Ei sieh! er ist ja nicht zu Haus, Heut spür’ ich sein Geheimnis aus.« Ein Spätzlein piept’s und fliegt hinein; Da liegen Bücher gross und klein; Er wählt das grösste mit Bedacht Und hat an’s Blättern sich gemacht. »Vergilbt Papier und arg befleckt! Möcht’ wissen, wo der Wert da steckt. Doch halt!« – Sein kluges Aeuglein blitzt, Er hat sein Schnäblein flink gespitzt. »Zwei Motten! und wie gross und feist!« Begierig hat er sie verspeist Und piept: »Wer hätte das gedacht: Dass der auch Jagd auf Motten macht.« –