German poem
Wo Gott der herr nicht bey vns helt
by Justus Jonas der Ältere (1493–1555)
Wo Gott der herr nicht bey vns helt / wen vnser feynde tobenn. Vnnd er vnnser sach nicht zufelt / ym hymel hoch dort oben. Wo er Israhel schutz nicht yst / vnd selber bricht der feynde lyst. So ysts mit vns verloren.
Was menschen krafft vnnd witz anfeht / soll vnns billich nicht schrecken Er sytzet an der hochsten stet der wirt yhrn radt aufdecken. Wen sies auffs klugest greyffen an / so geht doch Got eyn ander ban. Es steht yn seynen henden.
Sie wueten fast vnd faren her / als wolten sie vns fressen. Zu wurgen steht al yhr beger / gots ist bey yhn vergessen. Wie meeres wellen eynher schlahn nach leib vnnd leben sye vns stahn. des wirt sych got erbarmen.
Sie stellen vns wie ketzern nach / zu vnserm blut sy trachten. Noch rhumen sye sych Christen hoch / dy Gott alleyn gros achten. Ah got der theure name deyn / mus yhrer schalckheyt deckel seyn. du wirst eyn mal auffwachen
Aufsperren sy den rachen weyt / vnd wöllen vns verschlingen. Lob vnd danck sey got allezeyt / es wird yhn nicht gelingen. Er wird yr strick zureyssen gar / vnd störtzen yre falsche lar. Sie werden Got nicht weren
Ah herr got wie reich trostestu / die gentzlich synd verlassen. Der gnadenthur steht nymer zu / vernunfft kan das nicht fassen. Sie spricht / es ist nu als verloren da doch das creutz hat new geporn. die deyner hulff erwarten
Die feynd synd all yn deyner hand / dazu al yr gedancken. Yhr anschlag ist dir wol bekant / hylff nur das wir nicht wancken. Vernunfft wider den glauben fycht / auffs kunfftig wil sie trawen nicht. da du wirst selber trosten
Den hymel vnd auch die erden / hastu her got gegrundet Dein liecht las vns helle werden. das hertz vns werd enzundet. yn rechter lieb des glaubens dein / biß an das end bestendig seyn die welt las ymer murren.