Versos German Karl Friedrich Kretschmann Trinklied bei Hermanns Siegesschmaus

German poem

Trinklied bei Hermanns Siegesschmaus

by (1738–1809)

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Kommt, setzt euch um den Barden her, Ein jeder mit der tiefsten Schale; Es gilt auf künft'ge Siegesmahle! Kommt, setzt euch um mich her.

Singt freudig und aus voller Brust. Rom liegt, zertreten vom Verderben: Doch wir sind seiner Fässer Erben! Was fehlt uns noch zur Lust?

Schenkt ein den Wein, der sie gelabt! Wir sind nicht kundig ihn zu halten; Er könnte sauern und veralten: Drum trinket, weil ihr habt.

Thor schickt den Sturm aus; der zerbricht In unsern Wäldern Stamm und Äste: Bald winkt er ihn zurück, und Weste Liebkosen dem Gesicht.

Es würgt der aufgereizte Bär Die Störenfriede seines Schlummers: Dann hüpft der Siegestanz des Brummers Durch Feld und Wald daher.

Und wir, wir sollen träge sein? Ha! laßt in Roms verwaisten Mauern Die Mütter und die Bräute trauern: Wir haben ihren Wein!

Auch soll ihr Wein, so wie man sagt, Den Mann erfreun, den Greis erneuern, Den wärmsten Barden mehr befeuern: Und es ist, wie man sagt!

Ach, ich verschmachte! gebet mir Von diesem Wein, ihr Freiheitsrächer! Fürs Vaterland den ersten Becher; Den andern, Hermann dir!