German poem
Des Kaisers letztes Wort
by Karl Hecker (1845–1897)
„Ich hab’ nicht Zeit, jetzt müd’ zu sein!“ Fürwahr, ein stolzes Wort! Der Kaiser sprach’s in Todespein; O deutsches Volk, dies Wort ist dein, Vererb’ es fort und fort!
Sein Schwert zerbrach der Feinde Macht Im heißen Männerstreit; Auf deiner Ehre Schutz bedacht, War all’ sein Sinnen Tag und Nacht Des Friedens Dienst geweiht.
Treu bis zum letzten Athemzug Der Pflicht, die ihm gebot! Noch keiner, dem Walkürenflug Vom Blachfeld zur Walhalla trug, Starb solchen Heldentod.
Wie er, den segnend jeder Stand Als Friedensfürsten pries. Und den noch an des Grabes Rand Die Sorge für das Vaterland Nicht müde werden ließ.
O Wilhelm, Held, wie keiner war, Dein Bild lebt in uns fort; Dein Geist sei mit uns in Gefahr Und unser Wahlspruch immerdar Des Kaisers letztes Wort!