Versos German Karl Henckell Die Dirne

German poem

Die Dirne

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Die Dirne

Schleiche auf dunklem Flur, Schleppe grauen Gram. Bin ja, bin ja nur Eine alte Hur’: Habt mich für Geld. Kenne auf der Welt Keine Scham – Ein Tier!

War doch auch ein Kind, Rein wie ihr, Las in dem Angebind, Dem Samtbrevier: Herrgott, dich loben wir – Bin wie ihr gesprungen Zu Spiel und Tanz, Habe so hell gesungen Auf sonniger Heide: Wir winden dir den Jungfernkranz – Jungfernkranz! – Mit veilchenblauer Seide ... Schleiche auf dunklem Flur, Häßliche, alte Hur’, Gehorsamer Diener! Gehorsamer Diener! – Gott!! – Mütterchen, was sagt der liebe Gott? „Beten, beten!“

Heißa, heißa, hopsassa! La la la ... Hopsassa! Schöner grüner, Schöner grüner Jungfernkranz! – – Mir wird schlecht. – Hunger – Brot! Brot! Liebste für’n Lumpengeld, Ist doch ’ne elende Welt! – O läg’ ich tot ...!