Versos German Karl Kraus Der Siebenschläfer

German poem

Der Siebenschläfer

by (1874–1936)

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Lieg’ ich im Bett, so deck’ ich mich bis an die Ohren zu. So habe ich doch sicherlich von euren Plagen Ruh.

Dann aber bricht der Tag herein, ich hab’s ihm nicht geschafft. So früh schon ihm gewachsen sein, dazu fehlt mir die Kraft.

Der Teufel weckte mich und war bei mir mit einem Brief. Nur wachen Augen droht Gefahr, wie gut war’s, als ich schlief.

Zu meiner Nacht hin wend’ ich mich, leg’ mich aufs andre Ohr. Das ist ein wahres Glück, daß ich den Traum noch nicht verlor.

Das hätt’ mich allzu früh verbraucht, was ich für euch gemußt. So bleibt’s in halben Schlaf getaucht und halb wird es bewußt.

Bleibt auch das Glück nur halb gespürt, das damals ich erfuhr, so hat durch rauhen Tag geführt des Traumes weiche Spur.

Und endet niemals eure Qual und schafft der Tod erst Ruh, und lieg’ ich auf dem Bett einmal, so deckt mich tüchtig zu!