German poem
An der Stätte meiner Kindheit
by Karl Müller (1852–1940)
Fern verrauschte Kinderjahre, Gebt zurück mir eine Stunde, Eine einz’ge wunderbare Aus der Welt der Märchenkunde!
Laßt mir duften eure Blüthe, Eure Spiele mich entzücken Und die Gaben frommer Güte Mich vom Weihnachtsbaume pflücken!
Sel’gen Rausches leise Wogen Lasset an das Herz mir schlagen, Eures Himmels Regenbogen Auf mein Haupt herniederragen!
Nur den Saum von deinem Kleide, Kindheit, möcht’ zum Kuß ich fassen, Eh’ ich von der Stätte scheide, Wo ich dich zurückgelassen. Karl Müller.