Versos German Karl Stieler Zwei Herbstlieder

German poem

Zwei Herbstlieder

by (1842–1885)

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Ich lieg’ auf der Halde Im Morgenblau, Herbstgoldener Schimmer Wie Flor und Flimmer Webt um die Au.

Es liegen die Dörfer Wohl stundenweit; Doch hör’ ich klingen Auf Windesschwingen Ihr fernes Geläut.

Du bist noch weiter – Und dennoch tönt Der Klang deiner Grüße Zu mir, du Süße – Fern und versöhnt.

Du stürmend Herz, lern’ leiser schlagen, Ist denn Vergessen gar so schwer? O schau’ dies schweigende Entsagen Der schönen Erde rund umher!

Schau, wie der Sonne Gluth sich wendet, Horch, wie verstummt des Vogels Sang; Sie tragen’s alle, daß es endet, Was eh’dem blüthe, glänzte, klang.

Es giebt der Strauch sein grünes Leben Und seine letzten Rosen her; Mein Herz, wann wirst du dich ergeben, Ist denn Vergessen gar so schwer?