German poem
Der Friede
by Klabund (1890–1928)
Der Friede stürzt ins Land Gleich einem Schaf, von Wölfen angerissen. Er trägt ein grau Gewand, Zerflattert und zersplissen.
Sein Antlitz ist zerfressen, Sein Auge ohne Glanz. Er hat vergessen Den eignen Namen ganz.
Gleich einem alten Kind (Gealtert früh in Harmen) Steht er im Abendwind Und bettelt um Erbarmen
Es glänzt sein blondes Haar, Der Sonne doch ein Teilchen. Er bietet lächelnd dar Ein welkes Herz und welke Veilchen.