Versos German Kurt Tucholsky Auf die Weltbühne

German poem

Auf die Weltbühne

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Auf die Weltbühne von Theobald Tiger

Mein gutes Blatt! Wie hast du dich verändert! Den Musentempel schließt du beinah zu; mit Politik, Kunst, Wirtschaft dicht bebändert, so geht dein Vorhang auf: auch du, mein Kind, auch du? Du willst dich gleichfalls in den Strudel stürzen? Randstaaten? Westfront? Die Veränderungswahl? Nur eines kann mir meinen Kummer würzen: Es war einmal …

Es war einmal … da glaubten wir noch Beide am Kunst und an Kultur, an Menschentum – an deine ziegelrote Wand schrieb ich mit Kreide die Namen meiner Lieben an zum Ruhm. Wir dachten: essen und organisieren sind Selbstverständlichkeiten, tief im Tal – und auf den Bergen gehen wir spazieren … Es war einmal …

Du lieber Gott, wie hat sich das gewandelt! Wir schuften, bis dem Land die Schwarte knackt. Und kein Professor, der nicht gerne handelt mit weichem Klitschebrot, das er sich backt. Es war einmal … Glück auf zur neuen Reise! Eng wars einmal – heut bist du bunt und weit. Doch kehr’ noch manchmal dich zurück im Kreise zur alten Zeit!