German poem
Deutscher Abend
Nun gönnt die Firma stillen Abendfrieden dem Arbeitsmann, den Mädels, dem Kommis – nun sitzt ganz Deutschland um den runden, lieben gedeckten Tisch und sieht aufs Visavis.
Da liegt das Land: ganz schwarz und blau und dunkel. Es klirrt der Wind im Telegraphendraht. Ein gelbes Fenster grüßt dich mit Gefunkel: hier spielt der Förster seinen Dauerskat.
Man hebt die Zeitung, läßt sie wieder sinken, die Welt, ihr Lieben, geht den alten Lauf – hieraufbezüglich kann man einen trinken, die Pfeife qualmt, nun steigt der Mond herauf.
Und hundert Mimen spreizen ihre Glieder, und hundert Bürger füllen sich mit Bier … Und hundert Mädchen summen kleine Lieder, denn morgen, morgen muß er fort von hier.
O Herr, so wie wir hinieden krauchen, so segne Land und Leute und Kompott. Verlaß dich drauf: wir könnens brauchen, wir könnens brauchen, lieber Gott!