German poem
Schwere Zeit
Die Jungfrau in der Nebenstuben – ich frage mich, was tut sie nur? Ich hör die Stimme eines Buben – So spät am Abend? Um elf Uhr?
Wie er mutiert! Und ihre Stimmen verklingen sacht – sie murmeln leis. Bin ich der Zeuge einer schlimmen Verbrechertat? Wer weiß! wer weiß!
Sie spricht ihm gütig zu. Belehrend ertönt ihr lieblicher Sopran. Er lacht: „Jawohl!“ Dies ist erschwerend! Was wird dem Knaben nur getan?
Sind das nicht halberstickte Küsse?
Ich frag sie später, was sie treibt … Sie sagt: „Die geistigen Genüsse, sie bringen nichts als Kümmernisse. Es ist das einzige, was mir bleibt!“