Versos German Leo Greiner Karneval

German poem

Karneval

by (1876–1928)

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Karneval

Wer bist du, Mädchen, ich kenne dich nicht! Wie heißeres Lachen schlagen die Schellen, Und reines Glückes feurige Wellen Tanzen mir ins Gesicht. Grell zucken Lichter Und küssen im Tanz Hüpfend die brennenden Narrengesichter. Hektischer Glanz, Firlefanz Umrieselt das tolle Gelichter.

Und plötzlich, Mädchen, kenn’ ich dich. An deinem Lachen kenn’ ich dich. Kein Narrengelächter, von Tänzen trunken, Ein Lachen, das leise und versunken Hallt aus großer Einsamkeit, Aus einem Walde tief verschneit, Wo keine Lippen lauter sprechen Und keine Tritte Zweige brechen. Dort kann ich dich auf tiefstillen Wegen Hinwandern sehn, Dem Dunkel entgegen, Der traurigen Nacht. Deine junge Lippe schwermütig lacht Im Weitergehn.

Komm, Mädchen, ich will dich umfassen Und dich nicht lassen, In Trubel und Hassen Bist du mein.

Den Becher werf’ ich klingend zur Erde Es springt der Wein. Stehst nun auf gläsernen Scherben, So soll verderben Der irrende Schein. Laß tanzen und fliegen! In trunkenen Zügen Saug’ ich über den flatternden Lügen Den glühenden Wein deines Leibes ein.

Leo Greiner