Versos German Ludwig Altenbernd Am Donoper Teiche

German poem

Am Donoper Teiche

by (1818–1890)

Listen in the reader

Es schlummert die Welle, die Erle schweigt, Kein Lufthauch, der flüsternd die Halme neigt; Die Fichten träumen im Mondenlicht, Der Wald im Schlafe – er regt sich nicht.

Es deckt ihn – ein Flortuch von seltner Pracht – Der duftige Nebel der Frühlingsnacht, Und still seinen Schlummer bewachend stehn Gleich schweigenden Wächtern die fernen Höhn.

Er schläft – doch auf Wasser und Busch und Baum Liegt ausgegossen ein heitrer Traum, Ein Lächeln, als hätt’ ihm der Traum entdeckt, Was unter dem Mantel der Nacht versteckt.

Er hört wohl ertönen mit Silberklang Der Maiglöckchen Läuten das Thal entlang; Es regt sich, geweckt von dem süßen Schall, In den schlummernden Kelchen der Blumen all’.

Die Nymphen erwachen, die Elfen ziehn Im Thau sich badend durch’s Waldesgrün Und ordnen zum Spiele, zum Tanz die Reihn, Und der Glühwurm leuchtet mit hellem Schein.

Es flimmert im Teich und im Schilf und Moos, Und wundersam klingt es im Waldesschooß; Es läutet im Thal und es summt und rauscht, Und der Wald – er schlummert und träumt und lauscht.

L. Altenbernd.