Versos German Ludwig Christoph Heinrich Hölty An einen schönen Busen

German poem

An einen schönen Busen

by (1748–1776)

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Weiße, blendende Brust, welche den Einsiedler, Den die Klause verschleußt, mit der verhaßten Welt Auszusöhnen vermöchte, Stets berauschest du meinen Blick.

Stets, o Himmel von Reiz, wenn du das Busentuch Und die Bänder daran, hebest und niedersenkst, Oder hinter der lichten Silberwolke des Schleiers wallst.

Dir, o blendende Brust, will ich den Erstling weyhn, Den der Blüthenmond zollt, will ich, im Blumentopf, Junge Rosen erziehen, Wenn der Winter die Flur durchheult.

Trotz der Beete voll Eis lächelt der Rosenstraus Dann am Mieder, ah dann sinket mein trunknes Haupt An den offenen Busen, Deßen Farbe der Straus erhöht.