German poem
An deinen frischen Lippen
by Ludwig Eichrodt (1827–1892)
An deinen frischen Lippen Hing ich so glühend und so bang – So manches liebe manches Mal – Da ging mir durch die Seele tief Ein wunderbarer Drang.
In deinen schönen Gliedern Entschlummert ich mit heißem Blut So manches liebe manches Mal, Da ward mir, o so todessüß, So überwohl zu Muth.
Warum in deinen Blicken Kein hold Verlangen nimmermehr? O wehe mir, ach, nimmermehr! Da zieht es auch in meine Brust So todt, so freudenleer.