Versos German Ludwig Palmer Das „Wäscherschlößlein“

German poem

Das „Wäscherschlößlein“

by (1856–1931)

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Vom Tannenwald umgeben, Der rings dem Berg entsproß, Liegt öd und ohne Leben Das kleine Wäscherschloß! Verriegelt ist die Pforte, Nicht weckt den Widerhall An diesem stillen Orte Kampfruf und Waffenschall.

Verträumt und weltverloren, Ein Denkmal alter Zeit, Darin ward einst geboren Der Staufen Herrlichkeit, So steht die Burg im Grünen, Waldtäler links und rechts, Die Wiege eines kühnen Und adligen Geschlechts.

In Flammen aufgelodert Ist Staufens Prunk und Zier, Im Grabe sind vermodert Die Helden vom Turnier; Nur diese stille Klause Bot Trotz dem Zeitensturm, Fehlt auch am alten Hause Der längst zerfallne Turm.

Könnt’ ich hier einsam wohnen, Befreit vom Druck und Zwang, Würd’ mich die Welt verschonen Mit ihrem Lärm und Drang, Ich schrieb’ an Tor und Türen: „Nimm, Fürwitz, dich in acht, Die edlen Herren von Büren Sind wieder aufgewacht.“