Versos German Ludwig Tieck Klage im Walde

German poem

Klage im Walde

by (1773–1853)

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Laue Lüfte Spielen lind, Blumendüfte Trägt der Wind, Röthlich sich die Bäume kräuseln, Lieblich Wähnen Zärtlich Sehnen In den Wipfeln, abwärts durch die Blätter säuseln.

Rufst du mich, Süßes Klingen? Ach! geheimnißvolles Singen, Bist nicht fremd, ich kenne dich! Wie die Tauben Zärtlich lachen, girren, kosen, Also mir im bangen Herzen Schlagen Fitt'ge Lust und Schmerzen; Zu den dunkeln Dämmerlauben, Zu den Blumenbeeten, Rosen Wandl' ich, ruf' ich, schau' umher – Und die ganze Welt ist leer.

In die dichte Einsamkeit Trag' ich meiner Thränen Brand; Ach! kein Baum thut mir bekannt, Setz' mich an des Bronnens Rand: Vogel wild die Töne schreit, Echo hallt, Hirschlein springt im dunkeln Wald.

Und es braußt herauf, herunter, Waldstrom klingt durch seine Klüfte, Seine jungen Wellen springen Auf den Felsenstufen munter, Adler schwingt sich durch die Lüfte: – Thränen, Rufen, Klagen, Singen, Könnt ihn nicht zurück mir zwingen? Garten, Berge, Wälder weit Sind mir Grab und Einsamkeit.