German poem
Schmerz
by Ludwig Tieck (1773–1853)
Ja, es giebt ein schönes Sehnen, Das wie aus der tiefsten Nacht In dem Herzen aufgewacht, Greift nach Waffen, findet Thränen; Viele lieben, viele wähnen, Daß Liebe nur Lust dem Herzen Schenken soll und keine Schmerzen: Alle Farben müssen fließen, Wenn ein Licht sich soll ergießen Aus dem goldnen Brand der Kerzen.