Versos German Ludwig Tieck Wann sich der Frühling zu der Erde neige

German poem

Wann sich der Frühling zu der Erde neige

by (1773–1853)

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Wann sich der Frühling zu der Erde neiget, Ein grünes Lager stellt er sich zurechte, Durchschlummert hold die hellen warmen Nächte, Sein Traum in Blüthe, Farb' und Duft aufsteiget;

Manch Waldgesang zum Schlaflied schallt, es zeiget Nachtgall sich gegen Nachtgall im Gefechte, Es quillt der Blumen liebliches Geschlechte Wie sich der Busen schlafend hebt und neiget:

So schläft die Liebe in noch schönerm Bette, Alma, in dir, sie regt die zarten Brüste, Sie träumt in Worten und in lichten Blicken;

Als ich den Traum von deinen Lippen küßte, Band mich an's Lager eine goldne Kette, Ein jeder Ring Sehnsucht, Schmerz, Lust, Entzücken.