Versos German Ludwig Uhland Auf Wilhelm Hauffs frühes Hinscheiden

German poem

Auf Wilhelm Hauffs frühes Hinscheiden

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Dem jungen, frischen, farbenhellen Leben, Dem reichen Frühling, dem kein Herbst gegeben, Ihm lasset uns zum Totenopfer zollen Den abgeknickten Zweig – den blütevollen!

Noch eben war von dieses Frühlings Scheine Das Vaterland beglänzt. – Auf schroffem Steine, Dem man die Burg gebrochen, hob sich neu Ein Wolkenschloß, ein zauberhaft Gebäu. Doch in der Höhle, wo die stille Kraft Des Erdgeists rätselhafte Formen schafft:

Am Fackellicht der Phantasie entfaltet, Sahn wir zu Heldenbildern sie gestaltet; Und jeder Hall, in Spalt' und Kluft versteckt, Ward zu beseeltem Menschenwort erweckt.

Mit Heldenfahrten und mit Festestänzen, Mit Satyrlarven und mit Blumenkränzen Umkleidete das Altertum den Sarg, Der heiter die verglühte Asche barg: So hat auch er, dem unsre Träne taut, Aus Lebensbildern sich den Sarg erbaut.

Die Asche ruht – der Geist entfleugt auf Bahnen Des Lebens, dessen Fülle wir nur ahnen, Wo auch die Kunst ihr himmlisch Ziel erreicht Und vor dem Urbild jedes Bild erbleicht.